Schüleraustausch mit Schottland

Der Gegenbesuch

Nachdem im Mai eine Gruppe von Schülerinnen unserer Berufsschule in Glasgow die Parkhill Secondary School besuchte, war es nun an der Reihe unserer schottischen Freunde nach Nürnberg zu kommen und unsere Schule zu besuchen.

Bereits im Vorfeld liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren: Ausarbeitung eines abwechslungs-reichen Programms, Anfragen bei Kolleginnen und Kollegen bezüglich Beteiligung am Programm, Vorbereitung und Absprachen mit Schülerinnen und deren Erziehungsberechtigten und nicht zuletzt der Austausch mit dem Amt für Internationale Beziehungen bezüglich Unterbringung der Gäste und möglicher Beteiligung an der Finanzierung.

Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und auch um den Zeitplan realistisch festzulegen, fuhren die beteiligten Lehrkräfte in ihrer unterrichtsfreien Zeit die Ausflugsziele mit den benötigten öffentlichen Verkehrsmitteln ab. Für den Ausflug in die Fränkische Schweiz organisierte die Schulleitung zwei Kleinbusse des Automobil-Verleihs ES Europa Service, der uns diese kostenfrei zur Verfügung stellte. Zudem erfolgte eine Anfrage bezüglich Kostenbeteiligung an den Hotel- und Gaststättenverband, der den Schüleraustausch finanziell mit 200 € unterstützte. Herzlichen Dank dafür!

 

Am Morgen des Ankunftstages traf sich die Glasgow-Gruppe (3 Schülerinnen aus dem BVJ HoGa, 3 Schülerinnen aus dem BVJ HP, Frau Pappenberger und Frau Müller) zu letzten Vorbereitungen:

T-shirts wurden gestaltet („Glasgow - I was here“), Willkommenstafeln gemalt, Einkäufe getätigt, Begrüßungs-Lied und -Rede wurden ein letztes Mal geübt. Am Montag, den 19.06. um 18.00 h war es dann soweit, die schottische Reisegruppe landete am Nürnberger Flughafen und wurde von allen beteiligten Schülerinnen, Lehrerinnen und der Schulleitung herzlich empfangen. Es zeigte sich, dass durch den kurzen zeitlichen Abstand zwischen Besuch und Gegenbesuch angebahnte Freundschaften sofort wieder aufgegriffen wurden; die Wiedersehensfreude war groß. Das gemeinsame Abendessen war voller Erinnerungen an die Glasgow-Reise und Vorfreude auf die bevorstehenden Tage.

Am nächsten Morgen wurde die Gastgruppe von zwei unserer Schülerinnen abgeholt und zur Berufsschule gebracht. Hier fand zunächst eine kleine Willkommensfeier statt, die maßgeblich von den Schülerinnen gestaltet wurde (Lied, Auftritt und Prolog des „Christkinds“, Kurzreferat über Nürnberg und Fürth). Auch dabei zeigte sich das große Engagement der Schülerinnen, unsere Gäste willkommen zu heißen und ihnen einen denkwürdigen Aufenthalt zu bereiten. Im Anschluss erfolgte eine Führung durch die Berufsschule. 

Besuch im Rathaus

Beim Empfang im Rathaus durch den dritten Bürgermeister der Stadt Nürnberg, Dr. Klemens Gsell, zuständig für den Geschäftsbereich Schule, wurden die Gäste  offiziell in Nürnberg begrüßt. Musikalisch gestaltet wurde die Feier durch Schülerinnen des Labenwolfs-Gymnasiums, Nürnberg, die mit einem Benefiz-Essen die Reise unserer Partnerschule finanziell unterstützten.

Stadtrundgang

Pünktlich zum  „Männle-Laufen“ an der Frauenkirche starteten wir einen Stadtrundgang zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt (Straße der Menschenrechte, Lorenzkirche, Gedenkstein Synagoge, Schöner Brunnen etc.), so dass die Gruppe einen ersten Eindruck der Partnerstadt gewinnen konnte.  Nachdem wir als Gastgeschenk einen selbstgefertigten Druck Dürers Rhinocerus nach Glasgow gebracht hatten, war klar, dass ein Besuch des Dürer-Hauses auf dem Programm stehen musste. Geführt von einer Schauspielerin, in der Rolle der Agnes Dürer, erfuhren Schüler und Lehrkräfte viel über das Leben und Wirken des wohl berühmtesten Nürnbergers. Nach einer kurzen Erfrischungsphase traf sich die Gruppe zu einem kleinen Rundgang in Fürth und einem gemeinsamen Abendessen. 

Mittwoch und Donnerstag

Am Mittwoch sollten die Gäste Einblick in das Schulleben an unserer Berufsschule erhalten. Gemeinsam mit Frau Kriete kochten die Schüler ein fränkisches Sonntagsmenü (Pfannkuchen-suppe, Braten mit Klößen, gemischter Salat und Erdbeer-Quark als Dessert), mit Frau Eimer wurden die Tische festlich eingedeckt, Getränke bereitgestellt, Holundersirup abgefüllt und beschriftet. Wieder zeigte sich, dass die Schüler beider Schulen jenseits aller Sprachbarrieren gut in ihren jeweiligen Teams zusammenarbeiten konnten. Am Nachmittag stand Spaß und Erholung im Vordergrund: Mit den zwei Leihwagen fuhren wir ins Nürnberger Naherholungsgebiet Fränkische Schweiz. Dort wurde die Teufelshöhle besichtigt, Fahrten mit der Sommerrodelbahn gemacht und eine kleine Wanderung durchgeführt. Bei einem Abendessen im Naturfreundehaus Veilbronn mit einem traumhaften Blick ins Leinleiterbachtal klang der ereignisreiche Tag aus. 

Auch am Donnerstag stand zunächst Fachspezifisches im Vordergrund: Zwei Auszubildende zu Hotelkauffrau, bzw. -mann führten uns durch das Hilton Nürnberg. Nach dem Besuch des Hilton in Glasgow konnten sich die Schülerinnen und Schüler nun ein Bild von den Gemeinsamkeiten und den Unterschieden in der Führung der beiden Hilton-Hotels machen und die Arbeitsbereiche vergleichen. Im nebenan liegende Museum des 1.FCN führte Günther Koch, Sportkommentator und ehemaliger Englischlehrer, uns in die Historie des Fussballclubs ein. Am Nachmittag besuchten wir den größten Bio-Kräuterhof Deutschlands; dort hatten wir die Möglichkeit unzählige Küchenkräuter zu probieren und deren Aufzucht kennenzulernen. Den Tag beschloss ein Biergarten-Besuch und gemeinsames Tretbootfahren, umso wichtiger, weil die herrschenden subtropischen Temperaturen unseren schottischen Freunden merklich zusetzten. 

Mit einem gemeinsamen Kunstprojekt beschlossen wir am Freitag den Arbeitsaustausch: Unsere Gäste gestalteten sich, angeleitet durch Frau Pappenberger und unsere Schülerinnen, T-Shirts mit der Aufschrift „Nürnberg - I was here“. Mittags fuhren wir zum Reichsparteitags-Gelände, um den Gästen auch die dunkle Seite der Nürnberger Stadtgeschichte aufzuzeigen. Auf einen Besuch des Doku-Zentrums wurde diesmal bewusst verzichtet, da weder Ein- noch Nachbearbeitung des Themas erfolgen konnte (die schottischen Schüler hatten nach dem Nürnberg-Besuch nur noch zwei Tage Schule vor den Sommerferien). Nach einer kleinen Abschiedsfeier in der Berufsschule brachten wir unsere Gäste von der Parkhill Secondary School zum Flughafen. Der Abschied fiel allen Beteiligten sichtlich schwer, hatten sie doch während der beiden Austausch-Wochen vielfach Gelegenheit sich gegenseitig kennen und schätzen zu lernen. Für beide Schülergruppen war es eine große Herausforderung sowohl in die Partnerstadt zu reisen wie auch den Gegenbesuch vorzubereiten. Selbstständiges Recherchieren und Agieren wurde gefördert, das Arbeiten im Team - auch klassen- bzw. schulübergreifend – wurde für sie selbstverständlich. Die Schülerinnen arbeiteten gerne weit über ihr übliches Stundenmaß hinaus. Sprachkenntnisse wurden angebahnt und vertieft, interkulterelle Kompetenz gestärkt.

Der größte Gewinn besteht jedoch in der neu gewonnen Offenheit Unbekanntem gegenüber wie auch dem Zutrauen in eigene Fähigkeiten in neuen Situationen. Der Aufbau und die Weiterführung der Partnerschaft zwischen den beiden Schulen fördern den persönlichen Reifungsprozess der Schülerinnen und Schüler in hohem Maß und somit auch ihre Integration in Arbeit und Gesellschaft!

Gudrun Müller und Beate Pappenberger

(BVJ HP, BVJ HoGa)

Ps. Vieles wäre ohne die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Kolleginnen und Kollegen nicht möglich gewesen

Wir danken der ES Autovermietung für die Unterstützung bei der Betreuung unserer Gäste!

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